Einzigartig in unserem Sein und jederzeit allverbunden

 

Persönliche Gedanken zur eigenen Arbeit
Von sich aus und über sich selbst etwas zu sagen, ist keine so einfache Sache. Trotzdem wage ich es, mit Ihnen ein paar Gedanken zu teilen. Es ist die Gelegenheit, die eigene Arbeit mit Distanz etwas zu durchleuchten.


Ich beginne meine Malerei mit einer Ahnung für die Farbe und einem vagen Gefühl für die Form. Ein Vergleich  mit dem Phänomen Nebel drängt sich auf: Im Nebel sehen wir die Welt anders. Eine Erscheinung wird hier plötzlich zu etwas Wesentlichem und vermeintliche Umrisse und Eindrücke geben Orientierung und neue Impulse.


Wir tun unendlich viel im Leben, um das Wagnis zu reduzieren. Jedes lebendige Leben wird Wagnis bleiben und im Vergessen von der Zeit und Raum beginnt das eigentliche Abenteuer der Malerei. Es ist die Unschärfe, es ist die ganzheitlich wahrgenommene innere Bewegtheit, die wie ein Hauch des Windes Farbe auf die Leinwände mischt. Ein Dasein in einem Licht. In diesem Licht existiert keine Grenze.


Einzig dieser Unschärfe, dem Dunst und der Malerei als Handwerk verpflichtet, beginne ich meine Finger in Farbe zu tauchen. Mein Inneres summt eine nicht hörbare Melodie, während Momente des Bezuges und der Abgrenzung ihr Zusammenspiel finden. Jede Bewegung kann in jedem Augenblick eine Figur oder Blume keimen lassen, jeder nächste Strich kann Sie wieder zum Verschwinden bringen.


Vertrautes trifft auf Neues, noch zu Entdeckendes: Vor meinen Augen beginnt eine Geschichte zum Leben erweckt, es ist wie Sandburgenbau. Alles Entstandene ist einzigartig. Konstellationen entstehen. Licht und Luft werden eingefangen, scheinbar zufällig.


Immer wieder bin ich von der Sinnlichkeit der weiblichen Figur eingenommen. Ein Entweichen gilt einzig der zarten, kraftvollen Mohnblume, den leuchtenden Sonnenblumen oder dem innewohnenden Zauber eines Seerosenteichs. Alles trägt keimendes Leben in sich, birgt Vergangenheit, Gegenwart und die Zukunft.


Jedes Werk ist eine Entfaltung und eine Erzählung, in einer unumgänglich spielerischer Form entstanden und kann trotzdem immer nur Andeutung und Annäherung sein.


Viel Freude beim Betrachten meiner Werke wünscht Ihnen

Claudia Kupferschmid (-Gubser)